Ice Ice Baby – kleiner Hund, große Klasse

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Ice ist ein toller Hund. Und damit beginne ich quasi mit dem Resümee, mit dem aktuellen Stand der Dinge. Aber nochmal zurück auf Start. Als ich Ice kennenlernte, war er gerade 6 Monate alt, eher der unsichere Typ und Hunden beiderlei Geschlechts gegenüber meistens zurückhaltend und reserviert bis misstrauisch. Für einen Heideterrier, der gerade schnurstracks in die Pubertät marschierte, empfand ich Ice als sehr moderat und gemäßigt. Fast schon ein wenig unheimlich. Da muss doch noch was kommen, habe ich so bei mir gedacht.

In Stresssituationen verhielt er sich stets defensiv und orientierte sich außerordentlich gut an seinen Besitzern Anja und Mathias. Parallel zu diversen Trainingseinheiten, bei denen es um das Erlernen des souveränen Umgangs mit anderen Hunden ging, begannen seine Besitzer ihn jagdlich auszubilden. Auch hier zeigte Ice sich arbeitswillig und kooperativ, situativ manchmal unsicher, gerade dann, wenn er mit neuen, ihm unbekannten Dingen konfrontiert wurde. Insgesamt lief alles gut.

Bis zu dem Tag, am dem sich plötzlich alles änderte – für Ice und auch für Anja und Mathias. Auf einem Spaziergang, alle drei Hunde von Anja und Mathias waren angeleint, stürmte ein fremder Rüde in die Gruppe und provozierte die drei zum mehrere Male, so dass es zu einer Beißerei kam, bei der Ice den anderen Rüden so sehr biss, dass dieser mit schweren Verletzungen in die Tierklinik gebracht werden musste. Ungeschickter Weise griff der Besitzer des fremden Rüden in die Beißerei ein und wurde ebenfalls in die Hand gebissen. Alles in allem ein großer Schock für alle Beteiligten. Besonders für Ice. Kurz nach der Beißerei erlebte ich Ice als passiv, sehr zurückgezogen und vollkommen verunsichert, besonders anderen Hunden gegenüber. Und auch Anja und Mathias waren verunsichert und wagten sich mit Ice kaum noch vor die Tür. Was, wenn er wieder zubeißt? Wenn er erneut einen Hund oder einen Menschen verletzt? Ob er jemals als Jagdhund arbeiten wird? Fragen über Fragen.

Anja und Mathias haben in den folgenden Wochen viel Zeit, Geduld und Engagement bewiesen und Ice „gezeigt“, wie er sich mit und zwischen anderen Hunden angemessen verhalten kann. Es hat sich gelohnt. Ice verhält sich momentan unter anderen Hunden eher defensiv, geht Streit und Stress aus dem Weg und orientiert sich optimal an Anja und Mathias. Dabei trägt er aktuell bei allen Trainings noch einen Maulkorb, was aber keine Dauerlösung sein soll.

Warum ich das alles erzähle? Weil Ice seinen Besitzern auch „egal“ sein könnte, weil sie ihn in seiner Verunsicherung alleine lassen und der Konfrontation bzw. dem Konflikt einfach aus dem Weg gehen könnten. Sie könnten fremde Hunde zukünftig meiden, könnten Ice in einen Zwinger sperren und ab und an mit zur Jagd nehmen. Aber sie haben das Gegenteil gemacht und sich mit Ice, seiner Unsicherheit, seiner Aggression und den eignen Ängsten und Emotionen auseinandergesetzt. Chapeau!

 

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